Geburt

  • Vor der Geburt

    • Welche Kurse gibt es zur Geburtsvorbereitung? Antwort

      Im Geburtsvorbereitungskurs werden zum Beispiel:

      - Beschwerden in der Schwangerschaft besprochen

      - Körperbewusstsein geschult und physiologische Vorgänge in der Schwangerschaft erklärt

      - es werden Atem- und Entspannungsübungen gemacht

      - die verschiedenen Phasen der Geburt besprochen

      - verschiedene Geburtspositionen ausprobiert

      - dir verschiedene Massagetechniken gezeigt

      - der Umgang mit den Schmerzen erklärt

      - dir gesagt, was du alles mit in die Klinik nehmen solltest

      - die Einzelheiten des Wochenbett erläutert

      - wichtige Informationen über das Neugeborene weitergegeben

      - die Themen Stillen und Ernährung des Neugeborenen besprochen

      Es gibt noch viele, weitere Kurse. Am besten fragst du eine Hebamme in deiner Nähe (Hebammenfinder) oder informierst dich bei deiner Krankenkasse.

       In der Regel werden diese Kurse auch von deiner Krankenkasse bezahlt.

      Die Kurse können Einzeln-, Paarweise, in Doppel - oder Einzelstunden ablaufen – frag einfach deine Hebamme.

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    • Wie kann ich mich bei drohender Frühgeburt vorbereiten? Antwort

      Jedes zehnte Kind kommt zu früh auf die Welt. Diese Kinder haben einen anderen, schwereren Lebensstart als zum Termin geborene Kinder und auch die Eltern sehen sich plötzlich einer neuen Situation gegenüber. Drei Informationsbroschüren vom Bundesverband "Das frühgeborene Kind" e.V. können bei Hebiana angesehen und heruntergeladen werden. Ihr findet folgende Downloads bei Arbeitsmaterial in der Kategorie Frühgeborene:

      Plötzlich Eltern - Von Frühcheneltern für Frühcheneltern

      Willkommen daheim - Elterninformationen

      Wo soll mein Kind zur Welt kommen? - Ein Ratgeber für werdende Eltern bei drohender Frühgeburt

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    • Was packe ich alles in meinen Notfallkoffer? Antwort

      Für das Krankenhaus (wichtige Papiere):

        
      • Versichertenkarte
         • Mutterpass
         • Evtl. Ultraschallbefunde oder andere wichtige Befunde
         • Bei Verheirateten: Familienstammbuch
         • Bei Ledigen: Geburtsurkunde, ggf. Vaterschaftsanerkennung
         • Bei Migranten: Auslandsdokumente, ggf. Kostenübernahmebescheinigung
         • Bei Privatversicherten: Kostenübernahmebescheinigung (bitte im Vorfeld                                             über individuelle Sonderleistungen der Krankenkasse informieren)

      Für die Mutter

         • Hausschuhe, Socken
         • Großes, weites T-Shirt
         • Haargummis
         • Lippenbalsam
         • Sonstige Pflegeprodukte
         • Kontaktlinsen, Pflegeflüssigkeit, ggf. Brille
         • Taschentücher
         • Medikamente
         • Musik, Buch
         • … alles, was gut tut

      Für die Begleitperson

         • Fotoapparat
         • Geld für Telefonkarte und Automaten (Essen, Getränke, Kaffee)
         • Telefonnummern (Freunde, Verwandte, nachsorgende Hebamme)
         • Wechselkleidung
         • Plastiktüte für schmutzige Wäsche
         • Getränke und haltbares, verpacktes Essen

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    • Liegt das Kind richtig? Antwort

      Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird durch Ertasten oder per Ultraschalluntersuchung die Lage des Kindes festgestellt. Die meisten Babys liegen zum Ende der Schwangerschaft in der für die Geburt optimalen Position: mit dem Kopf nach unten. Etwa jedes zwanzigste Baby liegt bis zur Geburt in der so genannten Steißlage, also mit dem Po zum Geburtskanal, und eins von 200 Babys liegt quer zu den Geburtskanälen in der Gebärmutter. Ab der 33./34. Schwangerschaftswoche wird es langsam eng in der Gebärmutter und eine Drehung für das Baby zunehmend schwieriger. Manchmal helfen sanfte Methoden wie Laserlicht oder Moxabustion dem Baby dabei, doch noch die ideale Startposition einzunehmen. Frage deine Hebamme nach Möglichkeiten, das Kind zu einer Drehung zu bewegen.

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  • Geburtsort & -art

    • Was ist eine Spontangeburt? Antwort

      Von einer Spontangeburt spricht man, wenn ein Kind ohne operative Hilfe, wie Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt vaginal geboren wurde. Über 60 % aller Kinder werden spontan geboren.

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    • Welche Geburtsorte gibt es? Antwort

      Die Wahl des Geburtsortes, bestimmt in manchen Fällen auch die Wahl der Geburtsart und der begleitenden Hebamme. Dies gilt wenn du eine Hausgeburt planst. Wenn du dich entscheidest in einer Klinik oder einem Geburtshaus zu entbinden, ist es ratsam, den Geburtsort kennenzulernen und sich mit ihm vertraut zu machen. Viele Kranken- und Geburtshäuser bieten hierzu spezielle Termine an. Je besser du informiert bist, desto gelassener kannst du in die Geburt gehen.

      Die genaue Anzahl der Personen ist abhängig von der Gebärenden und dem Geburtsort. Im Krankenhaus sind in der Regel ein Arzt oder eine Ärztin, eine Hebamme (ggf. auch auszubildende Hebammen oder Ärzte) und der Partner oder eine andere vertraute Person der Schwangeren dabei. Bei einer Geburt im Geburtshaus oder einer Hausgeburt sind keine Ärzte jedoch häufig zwei Hebammen als Geburtshelferinnen tätig.

        • Zu Hause

        • Geburtshaus

        • Klinik

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    • Welche Arten von Geburten gibt es? Antwort

      Die meisten Mütter gebären in halb liegender Position im Geburtsbett. Dabei ist der Oberkörper halb aufgerichtet. Bei einer Geburt auf dem Gebärhocker sitzt die Frau und kann die Schwerkraft für die Geburt optimal nutzen. Einige Frauen bevorzugen den Vierfüßlerstand oder die Knie-Ellenbogen-Lage, bei denen sie in Rücken schonender Position ihr Baby gebären. Informiere dich vor der Geburt, z. B. in Geburtsvorbereitungskursen über die verschiedenen Positionen, damit du während der Geburt ausprobieren kannst, was dir am besten liegt. Viele Krankenhäuser bieten auch die Möglichkeit einer Wassergeburt, die für manche Frauen besonders angenehm ist, da das warme Wasser entkrampfend und schmerzlindernd wirkt. 

      Wenn keine medizinischen Gründe vorliegen spricht in der Regel auch bei einem vorangegangenen Kaiserschnitt nichts gegen eine spontane, natürliche Geburt. Im Gegensatz zu früheren Operationen wird heute bei einem Kaiserschnitt die Gebärmutter nicht mehr durch einen vertikalen sondern durch einen horizontalen Schnitt eröffnet. Dadurch konnte das Risiko eines Gebärmutterrisses bei einer weiteren Schwangerschaft und insbesondere bei den mechanischen Belastungen einer natürlichen Geburt deutlich verringert werden. Günstig ist es, wenn circa zwei Jahre zwischen den Schwangerschaften liegen. Am besten sprichst du über deinen Wunsch rechtzeitig vor der Geburt mit deiner Hebamme und deinem Arzt.

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  • Während der Geburt

    • Welche Phasen gibt es bei der Geburt? Antwort

      Bei Erstgebärenden dauert die Phase von der ersten Wehe bis zur Geburt des Kindes im Schnitt 10 bis 14 Stunden. Während der Eröffnungsphase weitet das Baby den Gebärmutterhals von 0 auf 10 cm. Dieser Teil der Geburt ist der längste und dauert bei Erstgebärenden zwischen 6 und 12 Stunden. In der Austreibungsphase wird das Kind in die Muskulatur rund um den Ausgang geschoben. Diese Phase endet mit dem Pressen, dem Austreiben des Babys, und dauert etwa 1,5 Stunden.

      Denke jedoch daran, dass jede Geburt anders verläuft. Deshalb solltest du dich nicht auf Zeitangaben fixieren.

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    • Welche Geburtsverletzungen gibt es? Antwort

      Der Damm ist der Bereich zwischen Scheide und Anus. Wird der Damm unter der Geburt und dem Druck des Babyköpfchens zu stark gedehnt, kommt es zum Riss. Mit folgenden Maßnahmen kannst du den Damm für die Geburt vorbereiten und die Wahrscheinlichkeit für einen Riss reduzieren: Durch eine Damm-Massage mit einem Vitamin-E-haltigen Öl wird das Gewebe weicher, besser durchblutet und damit unter der Geburt dehnbarer. Am besten beginnst du ab der 36. Woche mit der Massage. Die richtigen Handgriffe zeigt dir deine Hebamme. Auch Himbeerblättertee wirkt sich entspannend auf das Gewebe aus.

      Während der Geburt wird deine Hebamme mit einem speziellen Griff und unter Anwendung von warmen Kompressen den Damm schützen. Auch eine Wassergeburt kann helfen, einen Dammschnitt zu vermeiden. Das warme Wasser hat eine entspannende Wirkung, sowohl auf die Schwangere als auch auf das Gewebe.

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    • Was passiert bei einer PDA? Antwort

      Die Periduralanästhesie (PDA, auch Epiduralanästhesie) gehört zur Gruppe der rückenmarksnahen Anästhesieformen. Durch Betäubung der aus dem Rückenmark austretenden Nervenwurzeln, die sich durch den Periduralraum ziehen, blockiert diese Methode die Wahrnehmung von Schmerzen.

      Die Periduralanästhesie ist für Mutter und Kind eine der sichersten Methoden der geburtshilflichen Schmerzbehandlung.

      Zur Geburtserleichterung im Kreißsaal wird in erster Linie die Periduralanästhesie (PDA) mit Katheter angeboten. Bei dieser Methode wird zunächst im unteren Wirbelsäulenbereich unter örtlicher Betäubung ein sehr dünner Kunststoffschlauch (Katheter) zwischen zwei Wirbeln in den Wirbelsäulenkanal (Periduralraum) eingeführt. Über diesen Katheter können dann Schmerzmittel gegeben werden. Die Schmerzmittel umspülen die von der Gebärmutter zum Rückenmark führenden Nerven und betäuben so den Wehen- und Geburtsschmerz. Der Katheter ist aus sehr weichem Material, so dass keine Verletzungen zu befürchten sind. Bei rund einem Viertel aller Schwangeren wird eine PDA gelegt.

      Die PDA kann zur Geburtserleichterung auf Wunsch der Patientin oder Empfehlung der Hebamme gewählt werden: Erschöpfung bei langen Geburtsverläufen, bei Vorerkrankungen der Schwangeren, bei Risikogeburten, beim Kaiserschnitt, …

      Bitte rede dir keine Sätze ein wie: "Ich habe es nicht geschafft, ich habe mir eine PDA legen lassen". Eine Geburt kostet den Körper unheimlich viel Kraft und jede Entbindung verläuft anders.

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    • Was ist, wenn ich Angst habe? Antwort

      Angst verstärkt Schmerzen, denn Angst führt zu Verkrampfungen. Informiere dich in einem Geburtsvorbereitungskurs genau, wie eine Geburt abläuft. Wenn du nicht aus medizinischen Gründen liegen musst, versuche dich so viel wie möglich zu bewegen. Durch das Gehen wird der Geburtsvorgang unterstützt und die Schwerkraft erleichtert deinem Kind den Weg durch den Geburtskanal. In Geburtsvorbereitungskursen kannst du zudem spezielle Atem- und Entspannungstechniken lernen, die dir helfen, die Wehen gut zu veratmen und mit den Schmerzen besser umzugehen. Während der Geburt hilft dir die Hebamme, die Geburt für dich so angenehm wie möglich zu machen, beispielsweise mit Massagen, dem Zeigen von Entlastungspositionen, homöopathischen Mitteln oder Akupunktur. Natürlich kann jede Frau auch über die Einnahme von krampflösenden Schmerzmitteln oder der Anwendung einer örtlichen Narkose, der PDA, frei entscheiden.

      Auch bei einer unruhigen Schwangerschaft, die vielleicht von Sorgen oder Ängsten geprägt war, kann dein Baby ruhig und ausgeglichen sein. Natürlich spürt dein Baby im Bauch ganz genau, wie es dir geht. Jedes Baby hat sein eigenes Naturell und geht mit den wahrgenommenen Gefühlen anders um. Umgekehrt ist auch eine rundum harmonische Schwangerschaft keine Garantie für ein ruhiges Baby. Vielmehr kannst du vom Verhalten des Babys im Bauch auf das Temperament deines Kindes schließen. Spürst du in der Schwangerschaft viel Bewegung wird dein Baby sehr wahrscheinlich auch in den ersten Lebensmonaten eher lebhaft sein.

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    • Wie beginnt die Geburt? Antwort

      Oft kündigt sich die Geburt durch einen ziehenden Schmerz im Rücken oder Bauch an. Allerdings können diese Anzeichen auch wieder aufhören (z. B. bei den so genannten Übungswehen) oder sich in unregelmäßigen Abständen über Stunden oder Tage hinziehen. Achte dann auf die Intervalle: Erst wenn die Wehen regelmäßig werden und der Abstand zwischen den Wehen immer kürzer wird, weißt du, dass die Geburt begonnen hat. Manchmal kündigt sich die bevorstehende Geburt auch mit dem Platzen der Fruchtblase oder dem Ablösen des blutigen Schleimpfropfes an. Die Geburt beginnt, wenn die Wehen regelmäßig und stärker werden. Bei den Wehen zieht sich die Gebärmutter zusammen. Wenn du eine Hand auf deinen Bauch legst, fühlst du, dass die Gebärmutter immer härter wird und sich innerhalb von 15, 30 oder 60 Sekunden wieder entspannt. Am Anfang liegen zwischen den einzelnen Wehen ungefähr acht bis zehn Minuten. Dieser Zeitabstand verkürzt sich immer mehr, je näher die Geburt rückt. Beim ersten Kind reicht es aus ins Krankenhaus zu fahren, wenn du etwa alle fünf Minuten Wehen hast. Wenn in deiner Familie die Geburten schnell verlaufen oder du dein zweites Kind erwartest, fahre früher ins Krankenhaus. Fahre auch ins Krankenhaus, wenn du unsicher bist oder du dich zu Hause nicht mehr wohl fühlst. Bei einem Blasensprung solltest du dich sofort auf den Weg ins Krankenhaus machen. 

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