Nach der Geburt

  • Wochenbett

    • Was ist das Wochenbett? Antwort

      Das Wochenbett beginnt mit der Geburt der Plazenta und endet mit der Rückbildung der schwangerschaftsbedingten Veränderungen nach ca. 6-8 Wochen.

      Als frischgebackene Mama solltest du dich von den Strapazen der Geburt erholen und dir viel Ruhe gönnen.  Nimm dir Zeit für dich und zur Erholung. Unregelmäßigkeiten im Wochenbett sind oft darauf zurückzuführen, dass der Körper nicht zur Ruhe gekommen ist und sich nicht richtig regenerieren konnte.

      In dieser Zeit bildet sich die Gebärmutter zurück, Geburtsverletzungen verheilen, die Milchproduktion setzt ein, die Vertrautheit zwischen dir und deinem Baby wächst. Nimm dir auch hier Zeit für deine kleine Familie. Vertrauen und Routine entwickelt sich, wenn ihr  eure gemeinsame Zeit bewusst zusammen erlebt.

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    • Was brauche ich nach der Geburt und das Wochenbett? Antwort

      Für die Mutter

      •    Nachthemden oder T-Shirts
      •    Morgenmantel
      •    Bequeme Kleidung, Trainingsanzug
      •    Wasch- und Pflegeutensilien
      •    Handtücher
      •    Binden
      •    Stilleinlagen
      •    Still-BH

      Für Stillende
      Sie haben eigentlich alles was Sie brauchen.
      Bei Bedarf können …

      •    ggf. Milchbildungstee
      •    ggf. Milchpumpe
      •    ggf. Milchauffangbehälter
                  
      … hilfreich sein.

      Für Nicht-Stillende

      •    Flaschen
      •    Flaschensauger


      Für das Baby
      Schon einmal vorbereiten ist gut, wird aber erst für den Weg nach Hause gebraucht:

      •    Eine Kleidergarnitur in Größe 50-56 (Body, Strampler, Kopfbedeckung, Handschuhe,                          Söckchen, Jacke)
      •    Decke
      •    Babytragetasche oder Babysafe

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    • Wann fällt die Nabelschnur ab? Antwort

      Zwischen dem vierten und dem achten Tag nach der Geburt ist der Nabelschnurrest bei den meisten Neugeborenen komplett eingetrocknet und fällt einfach ab. Bei einigen Babys kann dieser Prozess auch bis zu 14 Tagen dauern. Achte  beim Versorgen des Babys darauf, dass der Nabel deines Babys trocken bleibt. Die Nabelversorgung des Neugeborenen ist im Krankenhaus oder zu Hause die Aufgabe deiner Hebamme.

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    • Was ist ein Wochenfluss? Antwort

      In den ersten Stunden nach der Geburt hast du in der Regel eine starke hellrote Wundblutung, die durch das Ablösen der Plazenta von der Gebärmutterwand entsteht. Insgesamt verlierst du im Wochenbett rund 200 bis 500 ml Blut. Später hat der Wochenfluss eine bräunliche Farbe und zum Ende der zweiten Woche wird er gelblich. Ab der vierten bis sechsten Woche versiegt der Wochenfluss.

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    • Woran erkennt der Arzt nach der Geburt, ob mein Baby gesund ist? Antwort

      Der erste Gesundheitscheck für alle Neugeborenen, der Apgar-Test, wird direkt nach der Geburt durchgeführt. Zu drei Zeitpunkten, nämlich eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt werden jeweils Atmung, Herzschlag, Muskelfunktionen, Reflexe und die Hautfarbe mit 0, 1 oder 2 Punkten benotet. „Erreicht“ das Baby acht bis zehn Punkte ist alles gut bzw. bestens. Eine Bewertung unter sieben Punkten beim zweiten und dritten Test nach fünf und zehn Minuten erfordert in der Regel weitere Untersuchungen.

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  • Hebamme

    • Welche Aufgaben hat eine Hebamme? Antwort

      Die Hebamme ist die Fachkraft für alles rund um die Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Mutter und Kind.

      Sie begleitet dich in deiner Schwangerschaft und steht dir mit Rat und Tat zur Seite. Wenn es soweit ist, leitet sie die regelrechte Geburt ab Wehenbeginn völlig selbständig ohne Arzt. Deine Hebamme betreut dich und dein Baby auch im Wochenbett. Der Arzt hat eine Hinzuziehungspflicht einer Hebamme, das heißt, er darf nur im Notfall eine Geburt ohne Hebamme durchführen.

      Alle Schwangeren/Entbundenen haben eine Anspruch auf Hebammenhilfe – nimm dies auch in Anspruch. Du kannst deine Hebamme zu jeder Zeit bei Fragen, Beschwerden oder Ängsten kontaktieren.

      Auch nach einer Fehlgeburt/Totgeburt kannst du eine Hebamme aufsuchen.

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    • Habe ich Anspruch auf Hausbesuche meiner Hebamme? Antwort

      Hebammen sind Fachfrauen für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, einschließlich Stillzeit. Jede Schwangere, Gebärende oder entbundene Frau hat den Anspruch auf die Hilfe einer Hebamme.
      Sie begleiten dich während deiner Schwangerschaft und darüber hinaus. Sie stehen dir beratend und unterstützend zur Seite. Insbesondere bei deinem ersten Baby gibt dir die Hilfe einer Hebamme Sicherheit im Umgang mit deinem Baby. Hebammenhilfe ist gesetzlich geregelt. Die Leistungen werden von den Krankenkassen bzw. Sozialämtern laut Hebammengebührenverordnung erstattet.

      Unabhängig von der Art deiner Entbindung  (Spontangeburt oder Kaiserschnitt) hast du Anspruch auf Hausbesuche durch eine Hebamme. Bis zum 10. Tag nach der Geburt kann dich die Hebamme täglich besuchen. Bis zur 8. Woche nach der Geburt werden auch weitere Besuche von der Krankenkasse übernommen.

      Nach dieser Zeit sind weitere Besuche zur Stillberatung oder bei Ernährungsproblemen deines Babys auf Kosten der Krankenkasse möglich. Die Krankenkasse bezahlt in den ersten 10 Tagen nach der Geburt einen täglichen Besuch, danach 16 weitere. Bei Stillproblemen kannst du deine Hebamme noch viermal zusätzlich um Rat und Hilfe bitten.

      Die Hausbesuche der Hebamme orientieren sich an deinen Bedürfnissen und deinem Wohlbefinden. Sie steht dir beratend mit Tipps und Hilfestellungen bis zum Ende der Stillzeit zur Seite. Darüber hinaus werden weitere Besuche von der Krankenkasse übernommen, wenn sie ärztlich angeordnet sind (auch vom Haus- oder Kinderarzt).

      Die Wochenbettbetreuung umfasst eine Reihe von Tätigkeiten: Darunter die Versorgung des Nabels, die Beobachtung des kindlichen Zustandes, wie Temperatur, Atmung, Gewicht oder Trinkverhalten. Außerdem eine Beratung bei Ernährungsfragen, Ernährungsproblemen, Stillhilfe, Kontrolle der Wundheilung, Kontrolle der Rückbildung der Gebärmutter, Beratung zum Thema Familienplanung, Verhütung und Informationen rund um die Elternschaft.

      Deine Hebamme informiert dich auch über weitere Kursangebote. Manche davon werden leider nicht von der Krankenkasse übernommen. Das solltest du individuell abklären. Kurse wie Babyschwimmen, Babymassage, Yoga nach der Geburt oder Pilates machen allerdings viel Freude. Hier kannst du neue Kontakte knüpfen, dich mit anderen Müttern austauschen und dir und deinem Baby etwas Gutes tun.

      Nimm die Hilfe deiner Hebamme auf jeden Fall in Anspruch - sie steht dir zu und wird dir darüber hinaus helfen, eigenständig in einem Leben mit Kind zu starten.

      Wenn du noch nach einer Hebamme in deiner Nähe suchst, dann nimm dir gerne unsere Hebammensuche zur Hilfe.

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  • Beziehung zum Baby

    • Was ist Bonding? Warum ist es so wichtig? Antwort

      Schon vor etwa 30 Jahren fand man in einer Studie heraus, dass es sich positiv auf die Entwicklung eines Babys auswirkt, wenn es innerhalb der ersten 45 Lebensminuten auf dem Bauch der Mama liegen darf.

      Du und dein Baby – ihr dürft mit allen Sinnen genießen - ihr spürt euch Haut auf Haut, ihr könnt einander riechen. Dein Kind hört deinen bekannten Herzschlag ganz nah am Ohr und lauscht deiner Stimme. Hierbei wird etwas ganz wichtig begonnen, das dein Baby sein ganzes Leben lang begleiten wird: Urvertrauen.
      Frisch gebackene Eltern kennen das Gefühl, in ihr Baby verliebt zu sein. Verantwortlich hierfür sind die Hormone Oxytocin und Prolaktin, die auch als Liebes- und Bindungshormone bezeichnet werden. Innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt ist der Oxytocin- und Prolaktinspiegel in eurem Blut besonders hoch, weshalb ihr euren Hautkontakt, den Blickkontakt, eure Berührungen und das gegenseitige „Beschnuppern“ gerade jetzt so intensiv erlebt.

      Es ist ganz wichtig, sich klarzumachen, dass die Geburt und die ersten Stunden danach zwar sehr wichtig sind, dass hier aber noch nicht unabänderlich über die spätere Bindung zwischen Mutter und Kind entschieden wird. Mütter, die ihr Kind per Kaiserschnitt gebären oder nicht stillen können, machen sich häufig deshalb negative Gedanken und Vorwürfe. Dafür gibt es aber keinen Grund.
      Die Bindung zwischen Mutter und Kind entsteht nicht ausschließlich innerhalb der ersten Lebensstunden, denn Bonding braucht Zeit. Und vor allem Gelegenheiten. Falls nach der Geburt ein ungestörtes Zusammenliegen nicht möglich ist, kann dies nachgeholt werden. Das Urvertrauen wächst im Laufe des gemeinsamen Lebens, genauso wie die gegenseitige Liebe wächst.

      Falls du als frische Mama nicht bonden kannst, zum Beispiel weil du noch im OP bist, kann dein Partner, der frischgebackene Papa, dieses erste Bonding übernehmen. Euer Baby fühlt sich auch auf der nackten Haut des Vaters sehr wohl - es spürt seinen Herzschlag, riecht seine Haut, fühlt seine streichelnden Hände und hört die ihm bekannte Stimme.

      In einer schnelllebigen und technischen Zeit wäre es wünschenswert, ungestörte Oasen zu schaffen, in denen die junge Familie ganz bei sich sein kann. Bitte Besucher später zu kommen, schalte Fernseher und störende Geräte wie Computer oder Telefon aus und bringe Ruhe und Achtsamkeit in eure gemeinsame Familienzeit.

      Für einen gelungenen Start und ein gutes und vertrauensvolles Miteinander braucht es nicht viel, denn alles ist bereits vorhanden - Mutter, Vater, Kind.

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