Schwangerschaft

  • Vorsorge & pränatale Untersuchungen

    • Was ist ein Mutterpass? Antwort

      Sobald deine Schwangerschaft festgestellt wurde, erstellt dir deine Hebamme oder dein betreuender Gynäkologe einen individuellen Mutterpass.
      Der Pass ist ein wichtiges Dokument, das du immer bei sich tragen solltest. Darin sind alle wichtigen Informationen zu deiner Schwangerschaft, deinem Gesundheitszustand, deinen Blutwerten und vieles mehr zusammengefasst.

      Damit du deinen Mutterpass besser verstehst, erklären wir dir gerne alles Schritt für Schritt und gehen die Seiten gemeinsam durch.

      Auf Seite 2 findest du ein Feld, um deine Adresse einzutragen. Sie sollte immer auf dem neusten Stand sein und muss nach einem Umzug unbedingt aktualisiert werden. Es ist sinnvoll, hier die Telefonnummer deines Partners oder eines Angehörigen einzutragen, der dich bei der Geburt begleitet oder der bei einem Notfall informiert werden kann.  Darunter steht deine Blutgruppenzugehörigkeit, der Antikörper-Suchtest und der Röteln-HAH-Test. Seite 3 beinhaltet serologische Untersuchungen (Blutuntersuchung), im Einzelnen der Nachweis von Chlamydien,  LSR,  Antikörper-Suchtest-Kontrolle,  Nachweis von HBs-Antigen aus dem Serum. Nun zu Seite 4 - hier werden vorausgegangene Schwangerschaften vermerkt und eventuelle Besonderheiten während dieser Schwangerschaften aufgelistet. Seite 5 beinhaltet deine Anamnese und Vorsorge-Untersuchung (Krankenvorgeschichte), ebenso Beratungen, die von deinem betreuenden Gynäkologen  oder deiner Hebamme geführt wurden. Auf Seite 6 sind besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf, die Terminbestimmung und ggf. ein Kommentar zu finden. Nun kommen wir schon auf die Doppelseite 7 und 8 auf der sich das Gravidogramm befindet. Alles, was an körperlichen Befunden bei den einzelnen Kontrollen erhoben wird, wird hier zusammengefasst. Seite 9 beinhaltet Besonderheiten/Behandlung/Befunde, evtl. stationäre Aufenthalte, Auswertungen des CTG´s (Aufzeichnung der kindlichen Herztöne). Doppelseite 10 und 11 zeigt Ergebnisse aus Ultraschall-Untersuchungen, (1. Screening 9.-12. SSW, 2. Screening 19.-22. SSW, 3. Screening 29.-32. SSW à Ultraschall-Untersuchung) Seite 12 - Kontrolluntersuchungen Seite 13 die Wachstumskurve - hier werden die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchungen eingetragen, um das Wachstum deines Babys zu verfolgen und zu dokumentieren. Seite 14 - zusätzliche weiterführende Ultraschalluntersuchungen und Dopplersonorgraphische Untersuchungen Seite 15 - Abschluss-Untersuchung / Epikrise (Beurteilung), also Schwangerschaftsangaben wie zum Beispiel in welcher Schwangerschaftswoche das Kind geboren wurde, das wievielte Kind es ist, alle Angaben zur Geburt, und abschließend das frühe Wochenbett (Abschlussuntersuchung bevor du mit deinem Baby nach Hause gehst). Seite 16 - Abschluss-Untersuchung / Epikrise (Beurteilung) - Besonderheiten im Wochenbett, 2. Untersuchung nach Entbindung beim Frauenarzt

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    • Was geschieht in der Vorsorge? Antwort

      In regelmäßigen Abständen führt deine Hebamme oder dein Frauenarzt die Schwangerschaftsvorsorge/Mutterschaftsvorsorge durch. So werden das physiologische Wachstum des Ungeborenen und die physiologischen Veränderungen der Schwangeren genau dokumentiert und überwacht. Die Schwangerschaftsvorsorge beginnt mit der Feststellung der Schwangerschaft und endet mit der Entbindung.

      Um das Wachstum und die Entwicklung deines Kindes genau zu dokumentieren und überwachen, wirst du regelmäßig die Praxis besuchen. Bei deinem Frauenarzt/ deiner Frauenärztin erhältst du alle wichtigen Informationen wie zum Beispiel eine Liste mit den regionalen Hebammen, die du in deiner Nähe findest (dies kannst du auch immer über unsere Hebammenfinder machen). Suche dir die Hebamme aus, die zu dir und deinen Ansprüchen und Vorstellungen passt. Hebammen bieten geburtsvorbereitende Kurse, individuelle Beratungen und viele, weitere Qualifikationen an. So haben du und dein Baby eine starke Partnerin an eurer Seite. Etwa um die 18.-20. Schwangerschaftswoche herum solltest du Kontakt mit einer Hebamme aufnehmen, um die für dich passenden Kurse und Beratungsangebote herauszufinden und die ersten Termine zu vereinbaren.  

      In regelmäßigen Abständen werden zu einem späteren Zeitpunkt deiner Schwangerschaft die kindlichen Herztöne überwacht. Es wird ein Cardio - Toko - Gramm geschrieben, ein CTG. Es gibt unter anderem Aufschluss über das kindliche Wohlbefinden. Diese Termine solltest du immer wahrnehmen. Innerhalb der Schwangerschaftsvorsorge kann deine Hebamme oder dein Frauenarzt dich auch zu einem spezialisierten Kollegen oder in eine Klinik zu einem speziellen Ultraschall schicken. Dies ist die Abteilung der Praenataldiagnostik.

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    • Was wird bei der Praenataldiagnostik gemacht und warum? Antwort

      Eines von 30 Kindern wird mit einer Fehlbildung geboren. Die Mehrzahl braucht keine spezielle Behandlung. Falls doch, können die Geburts- und Versorgungsbedingungen dieser Kinder deutlich verbessert werden, wenn ein Behandlungsbedürfnis vor der Geburt bekannt ist. So wird zum Beispiel eine spezielle Geburtsklinik schon in der Schwangerschaft kontaktiert, um die bestmögliche Behandlung für Mutter und Kind zu besprechen - gemeinsam mit den Kinderärzten.
      Zur Abklärung im Risikofall sind folgende Möglichkeiten und Methoden der modernen Praenatalmedizin einsetzbar:

      Nicht invasive Diagnostik:

      •    Die spezielle Fehlbildungsdiagnostik mit Ultraschall im zweiten und dritten Trimenon
      •    Die Doppler Sonographie des mütterlichen, kindlich-plazentaren und kindlichen Gefäßsystems unter anderem zur Risikobestimmung einer Präeklampsie, zur Verlaufskontrolle oder zur Einschätzung der kindlichen Versorgung
      •    Der Ersttrimester-Nackentransparenztest in der Zeit von der 12.-14. SSW (11+0 bis 13+6 SSW).

      Invasive Methoden:

      •    Chorionzottenbiopsie (ab der 11. SSW)
      •    Amniocentese (ab der 14+0. SSW)
      •    Nabelschnurpunktion, evtl. in  Transfusionsbereitschaft
      •    intrauterine Eingriffe am Fötus z.B. bei gestauten Nieren
      •    medikamentöse Therapie des Feten über den mütterlichen Organismus bei Herzrhythmusstörungen

      Während deiner Schwangerschaft wirst du einige Vorsorgetermine besuchen müssen. Denke aber immer daran, dass es sowohl zu deinem Wohl aber insbesondere zum Wohl deines Babys ist. Gegen Ende der Schwangerschaft, nach einigen Überwachungsterminen, Ultraschallkontrollen, Blutuntersuchungen, Abstrichen, vorbereitenden Kursen, etc. erhältst du vom Frauenarzt die Einweisungspapiere zur Geburt für die Klinik – denn bald ist es soweit!

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    • Warum brauche ich einen Mutterpass? Antwort

      Mit Feststellung der Schwangerschaft wird dein eigener Mutterpass angelegt. Darin stehen alle wichtigen Informationen zur Schwangerschaft, zu Untersuchungsergebnissen oder zu individuellen Besonderheiten. Durch regelmäßige Kontrollen fallen pathologische Veränderungen frühzeitig auf und können entsprechend therapiert werden.

      Alle Untersuchungsergebnisse werden in den Mutterpass eingetragen und geben dir Aufschluss über den aktuellen Stand deiner Schwangerschaft. Deinen Mutterpass solltest du immer mit dir führen, da er alles Wichtige zur aktuellen Schwangerschaft enthält (Arztwechsel, Namensänderungen, Umzug, etc). Achte darauf, dass dein Mutterpass immer auf dem neusten Stand ist und dass du ihn nach Veränderungen immer wieder aktualisieren lässt.

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    • Was muss ich bei der Wahl meines Kinderarztes beachten? Antwort

      In deinem Mutterleib ist das Baby bestens geschützt. Nach der Geburt kann dir deine Hebamme in vielen Situationen helfen, aber du brauchst auch einen Kinderarzt an deiner Seite.  

      Informiere dich bereits in der Schwangerschaft, wo ein nahegelegener Kinderarzt niedergelassen ist und ob noch neue Patienten angenommen werden.

      Meist erhältst du schon während deiner Schwangerschaft Empfehlungen für einen guten Kinderarzt durch Freundinnen, im Geburtsvorbereitungskurs, beim Frauenarzt oder durch deine Hebamme. Grundsätzlich solltest du ein "gutes Bauchgefühl" beim Kinderarzt haben. Er muss auf deine Bedürfnisse, Fragen und Sorgen eingehen. Man baut über die Jahre hinweg einen engen Kontakt mit der Kinderarztpraxis auf und deshalb solltest du dich hier gut versorgt fühlen.

      Wenn du dich für eine Kinderarztpraxis entscheidest, behalte einige Faktoren im Hinterkopf. Es ist immer praktisch, wenn ausreichend Parkplätze in unmittelbarer Nähe vorhanden sind oder es sogar eine Tiefgarage gibt. So kommst du immer trocken an, das Auto wird nicht zu heiß und du hast kurze Wege. Praktisch ist auch immer eine Apotheke in der Nähe. Rezepte kannst du hier schnell einlösen, denn meistens haben die in der Nähe liegenden Apotheken ihr Sortiment auf die ansässigen Ärzte abgestimmt.

      Wenn du ambulant entbunden hast, brauchst du einen U2 Termin. Am besten rufst du schon vor der Geburt an und klärst, ob dein Kinderarzt im vorgesehen Zeitraum in der Praxis ist, wie kurzfristig du einen Termin ausmachen kannst und ob dein Kinderarzt in dringenden Fällen auch privat für dich zu erreichen ist. Ebenso solltest du die Wochenbettbetreuung vorab mit deiner Hebamme besprechen.

      Wenn du erst nach ein paar Tagen entlassen wirst, die U2 also in der Klinik gemacht wurde, informiere deinen Kinderarzt und vereinbare einen U3 Termin in seiner Praxis. Suche dir einen Termin aus, zu dem auch dein Partner oder eine Begleitperson Zeit hat. Du betrittst ungewohntes Terrain mit deinem Baby und da ist eine liebevolle Unterstützung sehr wertvoll.

       

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  • Geburtsvorbereitung

    • Was sind vorzeitige Wehentätigkeiten? Antwort

      Unter vorzeitiger Wehentätigkeit versteht man muttermundswirksame Wehen vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche (37+0). Kinder, die vor der vollendeten 37. SSW geboren werden, gelten als Frühgeborene.

      Je früher ein Kind vor dem errechneten Termin geboren wird, desto mehr Interventionen (zum Beispiel Beatmung, Lungenreife, Wärmebett) können nötig sein. Ein unreif geborenes Kind braucht ein sehr gutes, ärztliches und pflegerisches Team, damit es gut versorgt wird und sich trotz seiner Frühgeburtlichkeit gut entwickeln kann.

      Vorzeitige Wehen sind im Vergleich zu "Übungswehen" (schmerzloses Hartwerden des Bauches) eher schmerzhaft, häufig regelmäßig und eben muttermundswirksam, das heißt, dass sich der Gebärmutterhals verkürzt, in eine andere Position wechselt und sich der Muttermund öffnet. Dies fällt im vaginalen Ultraschall als "Trichterbildung" auf.

      Ursachen hierfür können ganz unterschiedlich sein, zum Beispiel: Mehrlinge, vaginale oder uorgenitale Infektionen, Blasensprung, Fieber, Stress, Frühgeburt/ Fehlgeburt, Überlastung, plazentare Mangelversorgung, Missbildungen, Uterusfehlbildungen, Psyche, Rauchen, Alkohol, Sterilitätsbehandlung,... Hier kann keine Ferndiagnose gestellt werden. Wenn du vorzeitige Wehentätigkeit bemerkst, musst du umgehen einen Arzt aufsuchen oder gleich ins Krankenhaus fahren.

      Um eine drohende Frühgeburt wegen vorzeitiger Wehentätigkeit zu verhindern, wird ein stationärer Aufenthalt nötig sein, bis die Schwangerschaft wieder stabiler ist. Dieser Aufenthalt wird in einer Klinik erfolgen, der eine Kinderklinik angeschlossen ist, für den Fall, dass das Baby nicht warten kann. Wenn sich alles stabilisiert hat, wirst du wahrscheinlich in ein heimatnahes Krankenhaus bis zur vollständigen Stabilisierung verlegt, bzw. in die Weiterbetreuung zu deinem Frauenarzt/ deiner Hebamme entlassen.

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    • Wo soll mein Baby zur Welt kommen? Antwort

      Im letzten Schwangerschaftsviertel wird es Zeit, sich Gedanken zu machen, wo dein Baby zur Welt kommen soll. Falls du dir noch nicht sicher bist, kannst du dich über mögliche Geburtsorte informieren und dir so einen ersten Überblick verschaffen.

      Die Homepage der Klinik gibt dir oftmals Aufschluss darüber, ob es Informationsabende für Schwangere gibt. So kannst du dir ein Bild vor Ort machen und manchmal sogar schon den Kreißsaal besuchen. Du kannst aber auch einfach im Kreißsaal anrufen und nachfragen, ob du die Räumlichkeiten einmal besichtigen darfst.

      Bei dieser Gelegenheit lernst du den Weg in die Klinik kennen und kannst dir die Parkplatzsituation/ das Parkhaus in Ruhe ansehen. Vielleicht fragst du nach einer Nachtklingel, für den Fall, dass kein Pförtner nachts vor Ort ist. Du kannst dir in Ruhe Zeit nehmen den Kreißsaal zu entdecken und den potentiellen Geburtsort besser kennenzulernen. Ebenso ist es möglich bei dieser Gelegenheit über die Wochenstation zu gehen und dich in der gesamten Klinik umzusehen und orientieren (Kaffee/ Getränke/ Snackautomat/ Telefon/ Wartemöglichkeiten,...). So bist mit dem Geburtsort vertraut und fühlst dich sicherer, wenn es am Entbindungstag schneller gehen muss. Am besten nimmst du auch deinen Partner, Ehemann oder die Person mit, die dich während deiner Geburt begleiten wird. So könnt ihr euch gemeinsam ein erstes Bild verschaffen. Zumal sehen vier Augen immer mehr als zwei.

      Bei Besonderheiten in der Schwangerschaft oder bei Besonderheiten der vorausgegangenen Schwangerschaften ist eine Vorstellung in der Geburtsklinik nötig. Hierfür stellt dein betreuender Gynäkologe eine Überweisung aus und vereinbart gegebenenfalls einen Vorstellungstermin, bei dem alles Wichtige für die nahende Geburt besprochen wird.

      Nimm dir zu diesem Vorstellungstermin deinen Mutterpass, eventuell vorhandene Berichte von vorherigen Schwangerschaften, bzw. deine aktuelle Krankheitsgeschichte und die Überweisung deines Gynäkologen mit. Vor allem plane genügend Zeit ein, denn es kann ziemlich lange dauern, bis alles besprochen wurde und alle notwendigen Voruntersuchungen abgeschlossen sind.  Bei dieser Gelegenheit wird gleich eine Akte von dir angelegt, eventuelle Vorgespräche beim Narkosearzt können stattfinden, vielleicht auch eine Blutabnahmen oder Gespräche mit dem Kinderarzt - je nach Situation. Wenn du etwas zu Essen, Trinken und Lesen einpackst, bist du bestens vorbereitet.

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  • Sport, Reisen & Sex

    • Was sollte ich bei Sex und Verhütung beachten? Antwort

      Während der Schwangerschaft und bei der Geburt erfahren Frauen unterschiedlich tiefgreifende körperliche Veränderungen und darum gibt es keine Normgrenze oder einen definierten Zeitpunkt, wann sich die Lust auf Sexualität und Geschlechtsverkehr wieder einstellt. Dieser Zeitpunkt ist von zahlreichen Faktoren und natürlich von der Partnerschaft abhängig.

      Manche Ärzte empfehlen zu warten, bis der Wochenfluss versiegt ist. Grundsätzlich ist Sex während des Wochenflusses – sofern du schon Lust darauf verspürst – nicht tabu. Bestehen keine geburtsbedingten Beschwerden, gibt es aus medizinischer Sicht keine Einschränkungen zur Sexualität.

      Meistens aber deckt deckt die Nähe zwischen Mutter und Kind anfangs  die Bedürfnisse der Frau nach Berührung und Zuneigung ab. Lass dir Zeit und entscheide nach deinem Bedürfnis.  

      Verhütung ist trotzdem ein Thema, denn Stillen schützt nicht vor einer erneuten Schwangerschaft. Am einfachsten ist beispielsweise ein Kondom oder für stillende Mütter ein reines Gestagenpräparat (reine Gestagenpille), das man auch während der Stillzeit einnehmen darf. Nicht stillende Mütter können z.B. beim Einsetzten der Menstruationen  (ca. 6-8 Wochen nach der Geburt ) mit der Pille beginnen. Frühestens drei Monate nach der Entbindung kannst du dir außerdem eine Spirale einsetzen lassen.

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    • Darf ich während der Schwangerschaft Sex haben? Antwort

      Bei einer gesunden und unauffälligen Schwangerschaft, ohne Schwangerschaftsrisiken in der Anamnese ( z.B. Fehlgeburten, Frühgeburten) ist Sex erlaubt.
      Sex macht glücklich und entspannt. Es gibt keine Nachweise darüber, dass Sex in der Schwangerschaft das Risiko für eine Frühgeburt erhöht.
      Die Schwangere muss sich bei allem wohlfühlen. Eine Verletzung des Babies durch den Penis ist nicht möglich. Eine ganz leichte vaginale Schmierblutung nach dem Verkehr kann vorkommen und sollte sicherheitshalber mit einer Ärztin abgeklärt werden.
      Die Libido ist bei jeder Schwangeren unterschiedlich und die verstärkte Durchblutung kann als sehr angenehm, aber auch als störend empfunden werden. Solange der Bauch noch klein ist und beim gemeinsamen Verkehr nicht stört, können alle Stellungen ausprobiert werden. Je größer der Bauch, desto mehr muss auf die Bedürfnisse und Gefühle der Schwangeren eingegangen werden.  Vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel sind Positionen zu empfehlen, in denen die Frau die Eindringtiefe und den Rhythmus regulieren kann – wie beispielsweise die Reiterstellung. Auch die entspannte Löffelchenstellung empfinden die meisten Schwangeren als angenehm, weil kein Babybauch im Weg ist.
      Sex ist tabu bzw. muss mit dem Arzt/ Hebamme besprochen werden, wenn Fehlgeburten oder Frühgeburten vorausgehen, bei Blutungen in der Schwangerschaft, bei tiefem Mutterkuchensitz (Plazenta praevia), bei Blasensprung, bei vorzeitiger Wehentätigkeit, bei Mehrlingen, bei vaginalen Infektionen, bei Schmerzen.

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    • Darf ich mich während meiner Schwangerschaft sportlich betätigen? Antwort

      Sportliche Aktivitäten in der Schwangerschaft üben einen positiven Effekt auf einen normalen Schwangerschaftsverlauf aus und sind keineswegs verboten.

      Positiv unterstützende Reaktionen auf körperliche Betätigung bzw. Sport sind:

      • Stressabbau, was wiederum das persönliche Wohlbefinden und die psychische Ausgeglichenheit unterstützt

      • Stärkung des persönlichen Körpergefühls und Körperbewusstseins

      • Erhöhung der körperlichen Leistungsfähigkeit/ Belastbarkeit bis zur Entbindung

      • Einhaltung der natürlichen Gewichtszunahme, im Arbeitsmaterial unter der Rubrik Merkblätter & Themenblöcke findest du dazu ein Lebensmitteltabelle

      • Verbesserung der Sauerstoffversorgung, was auch die Abwehrkräfte stärkt

      • Minimierung des Risikos für Thrombosen, Krampfadern und Schwangerschaftskomplikationen

      • Erhöhung der Fitness: häufig erleben trainierte Frauen eine leichtere Geburt und erholen sich nach der Entbindung schneller

      • Geringerer Schmerzmittelbedarf während der Entbindung

      • Niedrigere Dammschnittrate sowie weniger Zangen- oder Saugglockenentbindungen

       

      Frauen, die schon vor ihrer Schwangerschaft Sport getrieben haben, können dies auch weiterhin tun. Sie sollten ihr Training jedoch nicht erhöhen, keinen Leistungssport betreiben oder Leistungsziele anstreben. Besonders im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel sollte das Pensum heruntergeschraubt werden. Als allgemeine Empfehlungen gelten:

       • Werdende Mütter sollten nur so lange und so ausgiebig Sport treiben, wie sie sich wohl fühlen

       • Schwangere sollten Drehungen kombiniert mit Beschleunigungen und plötzlichen Stopps unbedingt vermeiden

       • Mannschaftssportarten sind in der Schwangerschaft wegen dem Stoßrisiko durch Körperkontakt nicht empfohlen

       • Auf ein geringes Verletzungsrisiko beim Sport ist zu achten. Diagnoseverfahren wie Röntgen oder Operationen mit Narkosen können zusätzlich eine Gefährdung für Mutter und Kind darstellen

       • Schwangere, die Ausdauersport betreiben, sollten dafür sorgen, dass ihre Kohlenhydratspeicher ausreichend aufgefüllt werden

       • Beim Ausdauertraining sollte die Körpertemperatur beachtet werden – ein zu hoher Temperaturanstieg könnte sich auf das Ungeborene

       • Generelle Risikofaktoren wie Mehrlingsschwangerschaften, Diabetes Mellitus, Herzleiden oder Infektionen schließen sportliche Betätigung nicht aus – in diesen Fällen ist das Ausmaß und das Trainingspensum vorher mit einem Arzt zu besprechen

      Viele Hebammen bieten spezielle Schwangerenkurse an wie Schwimmen, Pilates, Yoga oder Walken. Schau einfach mal in der Hebammensuche hier bei Hebiana nach.

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  • Ernährung

    • Wie ernähre ich mich in meiner Schwangerschaft? Antwort

      In der Schwangerschaft solltest du auf eine ausgewogene und vollwertige Ernährung achten. Das bedeutet bewusstes essen, aber nicht essen für zwei! Dein Baby holt sich alle Nährstoffe von dir, die es für seine Entwicklung benötigt. Fehlt etwas, bekommst zunächst du den Mangel zu spüren, zum Beispiel fühlst du dich erschöpft, wenn du zu wenig Kohlenhydrate zu dir nimmst. Die Einnahme von Nahrungsergänzungen wie Eisen oder Folsäure stimmst du am besten mit deinem Arzt ab. Wichtig: Trinke ausreichend, also mindestens zwei Liter täglich.

      Wenn du dich vor der Schwangerschaft schon gesund, vollwertig und vielseitig ernährt hast, kannst du dein Essverhalten auch während deiner Schwangerschaft zu beibehalten. Schwangere brauchen nur etwa 255 kcal/Tag zusätzlich, das sind z. B. 2 Bananen oder 200 g Pellkartoffeln mit 100 g Kräuterquark.
      Deutlich stärker steigt der Bedarf an den meisten Vitaminen, Mineralstoffen und vor allem an Eiweiß.
      Achte auf frische Kost, in denen alle Nährstoffe stecken, die für dich und dein Kind wichtig sind. Eiweiß ist ein lebenswichtiger Baustein, deshalb sollten tierische Lebensmittel wie fettarme Milch und Milchprodukte, mageres Fleisch und Fisch, Getreide und Hülsenfrüchte nicht fehlen. Bei Fisch darauf achten, dass du keine Raubfische verzehrst, wie zum Beispiel Thunfisch gewählt wird, da hier eine hohe Quecksilberbelastung vorhanden ist.

      In folgenden Lebensmitteln stecken viele Vitamine und Mineralstoffe, die du und dein Baby jetzt gut brauchen:

       • Folsäure verzehrst du, wenn du Grünkohl, Spinat und Hülsenfrüchten isst  (grüne Gemüse und alle Kohlarten)

       • Vitamin A stecken in Mango, Papaya, Paprika, Karotten, Aprikosen (Orangefarbene Gemüse- und Obstsorten)

       • Vitamin B 6 ist in Fleisch und Fisch, Broccoli, Grünkohl und Vollkornprodukten

       • Vitamin B 12 findest du ebenfalls in Fisch und Fleisch, auch in Eiern, Milch und Milchprodukten wie Joghurt und Quark

       • Eisen steckt in Fleisch und Fleischprodukten, Vollkornprodukte, Mangold, Fenchel und Hülsenfrüchte

       • Jod ist in Fisch, in Meeresfrüchten und in allen Lebensmitteln, die mit Jodsalz gewürzt sind

      Nimm dir Zeit für dein Essen und achte auf eine schonende Zubereitung deiner Lebensmittel. Alkohol und Zigaretten sind während der ganzen Schwangerschaft und der Stillzeit tabu! Denn dein Körper versorgt dein Baby – und was du deinem Körper gibst, bekommt auch dein Kind.

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    • Warum überkommen mich Übelkeit und Heißhungerattacken? Antwort

      Ein großer Faktor für die Umstellung des Geruchs- und Geschmacksinns ist die Veränderung der Hormone. Die entscheidende Rolle hierbei spielt das Hormon ß-HCG, manche Frauen reagieren darauf mit Übelkeit- die anderen mit Heißhungerattacken. Auffallend ist, dass sehr häufig schlanke Frauen mit Heißhungerattacken reagieren. Die Wissenschaft geht hierbei von 2 Thesen aus: Zum einen wird vermutet, dass der Körper somit einem Vitamin und Nährstoffmangel vorbeugen will.  Zum andern versucht der Körper einige Fettreserven sowohl für die Schwangerschaft als auch für die Stillzeit anzulegen. Rund 75% aller Schwangeren leiden in den ersten 3 Monaten unter Übelkeit. In den meisten Fällen verschwindet die Übelkeit zwischen der 12.–18. Schwangerschaftswoche genau so schnell, wie sie gekommen ist.

       

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  • Schwanger sein

    • Welche Aufgaben hat eine Hebamme? Antwort

      Die Hebamme ist die Fachkraft für alles rund um die Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Mutter und Kind.

      Sie begleitet dich in deiner Schwangerschaft und steht dir mit Rat und Tat zur Seite. Wenn es soweit ist, leitet sie die regelrechte Geburt ab Wehenbeginn völlig selbständig ohne Arzt. Deine Hebamme betreut dich und dein Baby auch im Wochenbett. Der Arzt hat eine Hinzuziehungspflicht einer Hebamme, das heißt, er darf nur im Notfall eine Geburt ohne Hebamme durchführen.

      Alle Schwangeren/Entbundenen haben eine Anspruch auf Hebammenhilfe – nimm dies auch in Anspruch. Du kannst deine Hebamme zu jeder Zeit bei Fragen, Beschwerden oder Ängsten kontaktieren.

      Auch nach einer Fehlgeburt/Totgeburt kannst du eine Hebamme aufsuchen.

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    • Was ist ein Mutterpass? Antwort

      Sobald deine Schwangerschaft festgestellt wurde, erstellt dir deine Hebamme oder dein betreuender Gynäkologe einen individuellen Mutterpass.
      Der Pass ist ein wichtiges Dokument, das du immer bei sich tragen solltest. Darin sind alle wichtigen Informationen zu deiner Schwangerschaft, deinem Gesundheitszustand, deinen Blutwerten und vieles mehr zusammengefasst.

      Damit du deinen Mutterpass besser verstehst, erklären wir dir gerne alles Schritt für Schritt und gehen die Seiten gemeinsam durch.

      Auf Seite 2 findest du ein Feld, um deine Adresse einzutragen. Sie sollte immer auf dem neusten Stand sein und muss nach einem Umzug unbedingt aktualisiert werden. Es ist sinnvoll, hier die Telefonnummer deines Partners oder eines Angehörigen einzutragen, der dich bei der Geburt begleitet oder der bei einem Notfall informiert werden kann.  Darunter steht deine Blutgruppenzugehörigkeit, der Antikörper-Suchtest und der Röteln-HAH-Test. Seite 3 beinhaltet serologische Untersuchungen (Blutuntersuchung), im Einzelnen der Nachweis von Chlamydien,  LSR,  Antikörper-Suchtest-Kontrolle,  Nachweis von HBs-Antigen aus dem Serum. Nun zu Seite 4 - hier werden vorausgegangene Schwangerschaften vermerkt und eventuelle Besonderheiten während dieser Schwangerschaften aufgelistet. Seite 5 beinhaltet deine Anamnese und Vorsorge-Untersuchung (Krankenvorgeschichte), ebenso Beratungen, die von deinem betreuenden Gynäkologen  oder deiner Hebamme geführt wurden. Auf Seite 6 sind besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf, die Terminbestimmung und ggf. ein Kommentar zu finden. Nun kommen wir schon auf die Doppelseite 7 und 8 auf der sich das Gravidogramm befindet. Alles, was an körperlichen Befunden bei den einzelnen Kontrollen erhoben wird, wird hier zusammengefasst. Seite 9 beinhaltet Besonderheiten/Behandlung/Befunde, evtl. stationäre Aufenthalte, Auswertungen des CTG´s (Aufzeichnung der kindlichen Herztöne). Doppelseite 10 und 11 zeigt Ergebnisse aus Ultraschall-Untersuchungen, (1. Screening 9.-12. SSW, 2. Screening 19.-22. SSW, 3. Screening 29.-32. SSW à Ultraschall-Untersuchung) Seite 12 - Kontrolluntersuchungen Seite 13 die Wachstumskurve - hier werden die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchungen eingetragen, um das Wachstum deines Babys zu verfolgen und zu dokumentieren. Seite 14 - zusätzliche weiterführende Ultraschalluntersuchungen und Dopplersonorgraphische Untersuchungen Seite 15 - Abschluss-Untersuchung / Epikrise (Beurteilung), also Schwangerschaftsangaben wie zum Beispiel in welcher Schwangerschaftswoche das Kind geboren wurde, das wievielte Kind es ist, alle Angaben zur Geburt, und abschließend das frühe Wochenbett (Abschlussuntersuchung bevor du mit deinem Baby nach Hause gehst). Seite 16 - Abschluss-Untersuchung / Epikrise (Beurteilung) - Besonderheiten im Wochenbett, 2. Untersuchung nach Entbindung beim Frauenarzt

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    • Wie weiß ich, dass es meinem Baby gut geht? Antwort

      Wohl jede Frau wird sich im Verlauf ihrer Schwangerschaft fragen, ob mit ihrem Baby alles in Ordnung ist. Habe Vertrauen, denn die Natur hat alles so eingerichtet, dass du dein Baby optimal versorgen kannst. Höre in dieser Zeit ganz besonders auf dein Bauchgefühl – Schwangere haben ein sehr gutes Gespür dafür, was ihnen und ihrem Baby gut tut. Selbstverständlich bist du mit deinem Bauchgefühl nicht allein, sondern Ärzte und Hebammen tun alles, damit es dir und deinem Baby gut geht. Hat dein Arzt oder deine Hebammen die Schwangerschaft bestätigt, erhältst du deinen persönlichen Mutterpass. Zehn Untersuchungen sind während der Schwangerschaft vorgesehen, bei denen der Arzt oder die Hebamme deine Gesundheit und die deines Babys genau überprüft. Drei Ultraschalluntersuchungen geben dir zusätzliche Sicherheit, dass mit deinem Baby alles in Ordnung ist.

      Solltest du während der Schwangerschaft das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt oder wenn vorzeitige Wehen, Blutungen oder ein Blasensprung auftreten, setze dich mit deinem Arzt in Verbindung. Achtung: Insbesondere hellrote Blutungen, also das Austreten von frischem Blut, sind ein Warnsignal, auf das du sofort reagieren musst, indem du deinen Arzt aufsuchst.

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    • Kann ich Schwangerschaftsstreifen vermeiden? Antwort

      Schwangerschaftsstreifen nennt man die kleinen Einrisse im Unterhautgewebe, die durch starke Dehnung entstehen. Durch Bauch-, Brust-, Po- und Oberschenkelmassagen mit Ölen kann die Haut während der Schwangerschaft geschmeidig gehalten werden. Ob es im Verlauf der Schwangerschaft zu Rissen kommt ist allerdings anlagebedingt – Schwangerschaftsstreifen können daher grundsätzlich nicht vermieden werden. Ein Trost: Nach der Geburt verblassen die roten Streifen und werden wieder unauffällig.

       

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