Wusstest du schon...?

Hebammen sind in der Geburtshilfe ausgebildete Frauen, die Schwangeren während der Schwangerschaft, der Geburt und Eltern in den ersten Monaten und Jahren bis zum Abstillen zur Seite stehen.

 

Qualifikationen einer Hebamme

Ausbildungsmöglichkeiten einer Hebamme

Hebammen in Deutschland haben eine dreijährige Ausbildung mit 1.600 theoretischen und 3.000 praktischen Übungsstunden im Kreissaal, auf den Wochen – und Neugeborenenstationen, in Kinderkliniken, im Operationssaal, in der Anästhesie und in der Schwangerschaftsberatung absolviert.

Fortbildungsmöglichkeiten einer Hebamme

Hebammen lernen nie aus und bilden sich auch nach ihrem Abschluss immer weiter. Eine Vielzahl an Fortbildungen werden von Hebammen besucht. Homöopathie in der Schwangerschaft, Massagetechniken, Reanimation beim Kind, Komplikationen bei der Geburt, Akupunktur u.v.m.

Zusatzausbildungsmöglichkeiten einer Hebamme

Hebammen können eine Zusatzausbildung als Still- und Laktationsberaterin, Kinderkrankenschwester oder Heilpraktikerin machen.

Die Unterschiede zwischen freiberuflichen Hebammen, Beleghebammen, Klinikhebammen, Hebammen B.A. & M.A., Familienhebammen und Doulas

Nach ihrer Ausbildung haben Hebammen die Möglichkeit an einer Hochschule ihren Bachelor und/oder Master in Hebammenwesen zu machen. Studierte Hebammen arbeiten oft in der Forschung oder sind als Ausbilderinnen und Lehrerinnen tätig.

Hebammen können freiberuflich arbeiten. Sie sind nicht an eine Klink oder an ein Geburtshaus gebunden. Sie können Kurse anbieten, Nachsorge bei den Müttern zu Hause betreiben und außerklinische Geburtshilfe anbieten.

     ⇒ Beleghebammen sind freiberufliche Hebammen, die aufgrund eines Belegvertrags mit einer oder mehreren Kliniken ihre            Mütter bei der Geburt in der Klinik begleiten und die Geburt dort selbst durchführen können.

     ⇒ Angestellte Hebammen entbinden in Kliniken.
 
     ⇒ Familienhebammen haben zusätzlich zu ihrer regulären Ausbildung zur Hebamme eine Zusatzqualifikation erlangt. Sie            sind geschult Schwangeren, Müttern und Familien zu unterstützen wenn sie sich in einer besonderen Situation befinden.           Familienhebammen helfen bei Frühgeborenen, behinderten oder verstorbenen Kindern. Wenn Eltern schwere oder                    chronisch krank sind, es Konflikte in der Partnerschaft gibt, Gewalterfahrungen oder Drogenprobleme vorherrschen                 kann eine Familienhebamme in Anspruch genommen werden.

     ⇒ Doulas sind Frauen, die werdende Mütter auf ihrem Geburtsweg begleiten, jedoch keine medizinische oder                              Hebammenausbildung haben.

Hebammensuche

Punkte auf die du bei der Hebammensuche achten solltest

Eine Frau hat Anspruch auf eine Hebamme sobald sie schwanger ist. Bei der Suche nach einer Hebamme ist es wichtig zu wissen was du selbst möchtest. Ob du die gesamte Schwangerschaft (Vorsorge, Geburtsbegleitung, Wochenbettbetreuung) von einer Hebamme betreut werden möchtest oder du es bevorzugst den Geburtsvorbereitungskurs in der Nähe deines Arbeitsplatzes zu besuchen, in einer Klinik, bei der diensthabenden Hebammen zu entbinden und für das Wochenbett eine nachsorgende Hebamme aus dem gleichen Wohnort zu nehmen, bleibt dir überlassen.

Das Angebot einer Hebamme ist ganz individuell. Am wichtigsten ist es, dass du dich bei der Hebamme wohlfühlst.

 

Deine Hebamme kannst du hier über die Hebammensuche finden oder bei Hebiana eine eigene Suchanfrage aufgeben.

Hebammen legen ihre Flyer gerne bei Gynäkologen oder Familienberatungen aus. Hebammenlisten findest du auch in deiner regionalen Elternzeitschrift.

Angebote und Leistungen einer Hebamme

Die Hebamme ist die Fachkraft für die Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett. Doch was bietet eine Hebamme alles an? Was kann eine Hebamme alles (selbst)?

Vorsorge in der Schwangerschaft

Eine Hebamme kann eine Schwangerschaft fesstellen, den Mutterpass ausstellen und Befunde eintragen. Alle Vorsorgeuntersuchungen einer normalen Schwangerschaft können von einer Hebamme durchgeführt werden. Dazu gehören das Ertasten der Lage und Größe des Kindes, Abhören der kindlichen Herztöne, Blutdruckmessung, Blut- und Urinuntersuchungen sowie Beobachtung des Allgemeinbefindens. Sollten Unregelmäßigkeiten auftauchen kann die Hebamme über weiterführende Untersuchungen aufklären, beraten und bei Bedarf diese durchführen oder veranlassen.

Geburtsvorbereitung

Während der Geburtsvorbereitung werden Themen wie Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillen, Elternsein und Neugeborenenpflege besprochen. Verschiedene Entspannungs-, Wahrnehmungs- und Körperübungen werden vorgestellt und hilfreiche Griffe und Positionen für die Geburt und die zeit der Wehen geübt. Hebammen bieten noch viele weitere Kurs- und Betreuungsangebote an.

Geburtsbegleitung

Eine Hebamme hat bei einer normalen Geburt keine Hinzuziehungspflicht. Ärzte dürfen jedoch ohne eine Hebamme keine Geburt leiten. Während der Geburt gibt die Hebamme Hilfestellung und greift ein, wenn der Geburtsverlauf es erfordert. Sie beobachtet und überprüft den Zustand von Mutter und Kind und wird bei Anzeichen für eine Risikosituation ärztliche Hilfe hinzuziehen

Betreuung im Wochenbett

Nach der Geburt hat jede Frau einen Anspruch auf Hebammenhilfe. Diese Betreuung steht auch Müttern zu, die ihr Kind in der Schwangerschaft oder während der Geburt verloren haben.
Die Hebamme führt im Wochenbett Untersuchungen an Mutter und Kind durch und gibt Anleitungen und Hilfestellungen beim Stillen. Sie hilft zum Beispiel bei einer verzögerten Rückbildung der Gebärmutter oder bei Wundheilungsstörungen einer Damm- oder Kaiserschnittnarbe. In den ersten Lebenstagen- und Wochen des Babys beobachtet die Hebamme das Trinkverhalten und die allgemeine Entwicklung, dazu gehören das Gewicht, die Nabelabheilung und die Neugeborenengelbsucht.

Stillen & Abstillen

Stillen ist das Beste, Natürlichste und Selbstverständlichste, was einem Säugling an Nahrung zukommen kann – und es ist nicht nur die Nahrung, es sind Immunglobuline ( Nestschutz), Darmschutz und es ist viel Nähe ( Bonding), das in einer schnelllebigen Zeit einen enorm hohen Stellenwert hat. Die Hebamme unterstützt die Wöchnerin beim Stillen, gibt ihr wertvolle Tipps beim Anlegen, Ernährung der Mutter, überwacht das Gewicht des Babies und ist – in hoffentlich erst einigen Monaten – dann behilflich, wenn es darum geht, abzustillen, auf Beikost umzustellen und ist auch hier wieder hilfreiche Beraterin in allen Fragen rund um Verhütung, Entwicklungsschübe des Säuglings, Rückbildung der Brust.

Beratung

Neben der Vorsorge, Geburt, Nachsorge und der Stillberatung kannst du mit ihr über Erfahrungen früherer Geburten, mögliche Ängste und Unsicherheiten in Bezug auf die bevorstehende Geburt sprechen. Durch eine Schwangerschaft und ein neues Mitglied in der Familie treten viele Veränderungen im Alltag auf. Deine Hebamme kann dir und deiner Familie beratend zur Seite stehen, wenn es zum Beispiel um Ernährung, Reisen, Partnerschaft, Sex und Sport geht.

Hebammenberechtigte/Inanspruchnahme

Voraussetzung, um eine Hebamme in Anspruch zu nehmen

Eine Frau hat Anspruch auf eine Hebamme, sobald sie schwanger ist. Sie kann unmittelbar mit einer Hebamme Kontakt aufnehmen. Eine Überweisung ist dabei nicht notwendig. Nach einer Fehlgeburt, einer Totgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch hat die Frau ebenfalls einen Anspruch auf eine Hebamme. Auch viele Monate nach dem letzten Hebammenbesuch kann die Frau sich zum Beispiel zur Unterstützung beim Abstillen an die Hebamme wenden.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Kosten, die die Krankenkasse für Mütter & Schwangere übernimmt

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten von Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskursen, Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, die Entbindung, die Betreuung im Wochenbett und Hilfe bei Stillproblemen bis hin zum Abstillen, auch wenn dies erst Monate nach der Geburt stattfindet. Die Hebamme rechnet ihre Leistungen direkt mit der Krankenkasse ab. Die Kosten für weitere Angebote und Kurse werden je nach Krankenkasse ebenfalls übernommen. Für Sonderleistungen muss die Patientin manchmal in Vorkasse gehen oder selbst aufkommen. Bitte wende dich hierzu direkt an deine Krankenkasse.

Fachpersonal: Hebamme oder Frauenarzt?

Die Hebamme ist die Fachfrau für eine gesunde Schwangerschaft, die Geburt und im Wochenbett. Sie leistet Hilfestellung bei Beschwerden, gibt Tipps und hat ein offenes Ohr für alle Fragen, Sorgen. Nöte, Ängste und Probleme während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Die weiß um die normalen und pathologischen Abläufe und kann gegebenenfalls an einen Arzt weiterverweisen. Die Hebamme kann die ganze Schwangerenbetreuung übernehmen, wenn sie in ihrer Praxis entsprechend ausgerüstet ist. Ultraschalluntersuchungen können auch vom Frauenarzt übernommen werden.